5 Tipps für mehr Produktivität

Corinna König-Wildförster · Tipps & Tricks · Zuletzt aktualisiert am 7. März 2022

Sie erwarten wahrscheinlich Tipps, wie Sie schneller lesen oder noch besser multitasken können. Falsch gedacht: wir machen hier genau das Gegenteil. In diesem Blog geht es um Entspannung, Zeit und Aufmerksamkeit für sich selbst, und darum, wie sich das auf Ihre Arbeitsleistung auswirkt.

Frau beim Bodyscan am Schreibtisch mit Computer

Unsere Fellow Digitals Kollegin Hedy van der Poel ist ganzheitliche Masseurin (Niederländische Website). Wir haben sie gefragt, was sie darüber denkt, dass Menschen heutzutage so beschäftigt sind und keine Zeit mehr haben. Hedy sieht den Menschen als Ganzes; alles ist miteinander verbunden. Nicht nur Nerven und Blutkreislauf, sondern auch Körper und Geist. Wenn man sich nicht wohlfühlt, merkt man das auch geistig. Man hat dann keine Lust, Dinge zu machen, die man normalerweise gerne macht, und bei schwereren Krankheiten können auch Ängste und Sorgen dazu kommen.

Aber es ist auch umgekehrt: Wenn man sich niedergeschlagen fühlt oder unter anderen psychischen Beschwerden leidet, kann das körperliche Folgen haben. Ein Burnout kann das Gedächtnis beeinträchtigen, die Konzentrationsfähigkeit verringern und zu Bluthochdruck und Herzrasen führen.

Beschäftigt, müde und keine Zeit für irgendetwas

Heutzutage sind wir sind alle sehr beschäftigt. Wenn Sie die Kinder zur Schule bringen, haben Sie bereits Ihren Posteingang auf der Arbeit nach wichtigen Nachrichten durchsucht, sind mit dem Hund Gassi gegangen und haben sich mit einem Freund verabredet. Dabei wissen Sie genau, dass dieses Treffen wahrscheinlich erst nächsten Monat klappt.

Wann haben Sie das letzte Mal achtsam auf sich selbst geachtet? Wir sind richtig gut darin, unsere Grenzen zu überschreiten. Durch all das, was wir tun „müssen“, sind wir ständig in Gedanken, und manchmal spüren wir die Signale unseres Körpers nicht mehr. Mit Aufmerksamkeit und Berührung können wir ein wenig zur Ruhe kommen.

Berührung und Aufmerksamkeit als Grundbedürfnis

Berührung und Aufmerksamkeit sind wichtiger, als man denkt. Wir brauchen sie. Das beginnt schon in jungen Jahren, wenn ein Kuss und tröstende Worte besser wirken als ein Pflaster. Aber auch als Erwachsene genießen wir ein wenig Aufmerksamkeit. Teilweise auch wegen der Corona-Krise kommen Aufmerksamkeit und Berührung oft zu kurz, obwohl sie förderlich für unser Wohlbefinden sind. Richtlinien haben uns gezwungen vieles zu stoppen, sodass wir uns eine ganze Weile weniger gut um uns selbst kümmern konnten.

Durch Berührung kommt man sich selbst näher. Das klingt vielleicht seltsam, aber Übungen, die die Aufmerksamkeit auf Ihren Körper richten, machen Ihnen bewusst, wie Sie sich tatsächlich fühlen und was Sie brauchen. Vielleicht nehmen Sie während einer Übung wahr, dass Ihr Körper angespannt oder sehr müde ist, auch wenn Sie es vorher nicht bemerkt haben. Oder Sie stellen fest, dass Sie nicht genug auf die Signale Ihres Körpers hören und spüren, dass Sie die Dinge, die Sie tun, nicht glücklich machen. Vielleicht fragen Sie sich dann, die Zeit reif für eine Veränderung in Ihrem Leben ist.

Entspannung macht Sie produktiver

Sie glauben, dass Sie effizient sind, wenn Sie alles auf einmal tun. Sie stopfen sich ein Sandwich in den Mund, während Sie die Zeitung auf Ihrem Bildschirm lesen, Ihre E-Mails abrufen und einen Termin beim Arzt vereinbaren, weil Ihre Rückenschmerzen nicht verschwinden wollen. Auf diese Weise gewinnen Sie vielleicht ein paar Minuten, aber auf lange Sicht kostet es Sie Energie. Wenn Ihr Körper und Ihr Geist im Gleichgewicht sind, fühlen Sie sich wohl und sind energiegeladen, sodass Sie besser funktionieren. Nicht nur zu Hause, sondern auch bei der Arbeit.

Wenn Ihre Konzentration nachlässt, können Sie zwar weiterarbeiten, aber das wird Ihren Fokus nicht verbessern. Es ist viel effizienter, eine Pause zu machen und etwas anderes zu tun. Erlauben Sie sich diese Pause und gönnen Sie sich die Zeit. Zeit für sich selbst. Sogar wenn es nur ein paar Mal am Tag einige Minuten sind. Sie werden merken, dass Ihre Konzentration danach wieder zunimmt und Sie produktiver und kreativer sind, als wenn Sie einfach weitermachen würden.

Tipps und Übungen

  1. Der 1-Minuten-Bodyscan
  2. Schließen Sie die Augen für 1 Minute. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Körper, als ob Sie einen Scan durchführen würden. Beginnen Sie mit dem Kopf und bewegen Sie Ihre Aufmerksamkeit langsam weiter nach unten, bis Sie Ihre Zehen erreichen. Spüren Sie irgendwo Verspannungen, Schmerzen oder vielleicht Müdigkeit?

    Dieser Scan ist nicht dazu gedacht, Dinge zu lösen, die Sie während des Scans entdecken. Es geht darum, dass Sie sie sich bewusst machen.

    Diese Übung können Sie dreimal am Tag durchführen. Manche können sie während eines Meetings durchführen, andere brauchen eine ruhige Ecke.

    P.S. Unsere Kollegin Corinna schwört auf einen 20-Minütigen Bodyscan nach Yoga Nidra für den Feierabend. Einfach ausprobieren!

  3. Bewusstes Mittagessen
  4. Essen Sie an einem Ort zu Mittag, an dem Sie das Essen genießen können, ohne auf einen Bildschirm zu schauen. Legen Sie Ihr Handy weg und lassen Sie bei der folgenden Übung alle Ihre Sinne arbeiten:

    1. Essen Sie einen Bissen, wie Sie es immer tun.

    2. Schauen Sie dann auf den zweiten Bissen, den Sie gleich essen möchten. Versuchen Sie, alle Ihre Sinne zu aktivieren, noch bevor Sie das Essen in den Mund nehmen. Wie sieht es aus und wie riecht es? Können Sie den Bissen hören, fühlen und schmecken, bevor Sie ihn essen?

    3. Essen Sie nun Ihren zweiten Bissen. Schmeckt er anders als der erste?

    4. Guten Appetit. Genießen Sie Ihr Essen!

  5. Machen Sie einen stillen Spaziergang
  6. Anstatt zum Nachmittagstief einen Kaffee zu trinken, gehen Sie einen 10 Minuten spazieren. Lassen Sie Ihr Telefon im Büro. Es sind nur wenige Minuten. Das sollte doch zu schaffen sein, oder? Und wenn Sie mit einem Kollegen oder einer Kollegin zusammen spazieren gehen, versuchen Sie, in Stille zu laufen. Atmen Sie die frische Luft bewusst ein und nehmen Sie die Umgebung wahr.

  7. Hören Sie auf Ihren Körper
  8. Scannen Sie auf dem Heimweg Ihren Körper und beobachten Sie, was er Ihnen sagt. Hören Sie zu, auch wenn er flüstert, und warten Sie nicht, bis er schreit. Wenn Sie müde sind, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie eine Pause einlegen und Termine absagen sollten. Achten Sie auf Ihre Grenzen und überschreiten Sie diese nicht.

  9. Nehmen Sie ein Fußbad oder gönnen Sie sich eine Massage
  10. Nach einem anstrengenden Tag ist es an der Zeit, Ihren Körper mit etwas Aufmerksamkeit zu verwöhnen. Entspannen Sie sich auf der Couch mit einem Buch und nehmen Sie ein warmes Fußbad. Ihr Körper wird sich entspannen und Sie werden sich auch geistig besser fühlen.

    Danach massieren Sie Ihre Füße. Viele denken, dass das sehr schwierig ist, aber es geht in erster Linie um die Berührung. Legen Sie die Hände auf Ihre Füße und bewegen Sie die Finger; berühren Sie jede Stelle.

Einfach zurücklehnen und entspannen!

Genießen Sie den Tag.